Jurg's Podcast

Mondl Bing II Buch

Jurg Conzett

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Eine Spionin im feindlichen Lager, Übersetzer als Informationsbeschaffer und ein Steuersystem, das nach Kilometern rechnet: So fühlt sich der Ursprung chinesischer Diplomatie an, wenn man die Hochglanzbilder von Händeschütteln weglässt. Wir gehen zurück zu Xia, Shang und Zhou und zeigen, wie aus Flutkontrolle, Grenzbeobachtung und harter Durchsetzung eine Ordnung entsteht, die über Jahrtausende erstaunlich stabil bleibt.

Wir sprechen über das konzentrische Weltbild von Zhongguo und Peripherie, über Volkslieder als Stimmungsbarometer und über das Tributsystem als Mischung aus Logistik, Ressourcenpolitik und Abhängigkeit. Dabei wird klar: Weiche Mittel wie Riten funktionieren nur, wenn im Hintergrund eine glaubwürdige Drohkulisse steht. Genau diese Verbindung aus «Zivilisation» und Gewalt prägt die Mechanik früher Aussenpolitik.

Dann springen wir in die Zeit der Streitenden Reiche, wo rohe Gewalt allein nicht mehr reicht. Mit Guiguzi rückt psychologische Strategie ins Zentrum: Molüe, gezieltes Lobbying, das Finden von Rissen im Gegenüber und das Orchestrieren von Allianzen durch Worte. Am Schluss stellen wir die Frage, wie du diese Prinzipien im Alltag nutzen würdest, etwa im Gehaltsgespräch oder in einem festgefahrenen Konflikt. Wenn dir die Folge Denkanstösse gibt, abonnier den Podcast, teil ihn mit einer Person, die gern verhandelt, und hinterlass uns eine Bewertung: Welche Idee nimmst du direkt mit?